Earthbound — In Dialogue with Nature
Artists

Über die Ausstellung

Fast täglich werden wir mit dramatischen Bildern von extremen Wetterphänomenen konfrontiert – von Überschwemmungen, Wirbelstürmen, oder Waldbränden aufgrund extremer Trockenheit. Die Vermüllung der Meere durch Ansammlungen von Plastik, der Verlust von Biodiversität und das Artensterben gehören zu den gravierenden Problemen, die es zu lösen gilt. Die globale Erwärmung schreitet voran und es ist faktisch erwiesen, dass sie zu einem großen Teil vom Menschen verursacht wird und der Mensch zu einem der wichtigsten Einflussfaktoren auf biologische, geologische und atmosphärische Prozesse auf der Erde geworden ist.
Die Ausstellung präsentiert 18 Positionen international renommierter Künstler:innen, die zum Nachdenken über dringliche Umweltthemen und insbesondere über die vielschichtige Beziehung zwischen menschlichem Handeln und dem Ökosystem anregen. Sie stellt Lösungsansätze und alternative Modelle für ein nachhaltigeres Miteinander mit unserer Umwelt vor.

Der Digitalisierungsprozess hat alle Lebensbereiche erfasst – von der Wirtschaft, der kulturellen Produktion bis hin zum Privaten. Es stellt sich also die Frage, wie wir unsere digitalen Werkzeuge für eine nachhaltige Nutzung unserer Ressourcen gestalten und einsetzen können? Welche Rolle die Technologie übernehmen kann im Hinblick auf die Entwicklung einer biozentrischen Weltsicht und Koexistenz im Sinne eines Zusammenlebens zwischen Menschen und dem Ökosystem und allen anderen Spezies auf dem Planeten? Die Ausstellung fokussiert auf künstlerische Praktiken, in denen Medien, Technologien und technowissenschaftliche Methoden in der Kunst zum Einsatz kommen. Ein kreativer Einsatz digitaler Medien und neuer Technologien – Künstliche Intelligenz, Virtuelle Realität, interaktive und immersive Installationen, Multimedia-Skulpturen und Videoinstallationen – laden das Publikum zur kritischen Auseinandersetzung ein, hinterfragt die Vorstellung, dass der Mensch im Zentrum der Schöpfung steht und ermutigt uns, die egozentrische Perspektive auf diesen Planeten aufzugeben und unsere Beziehung zur Natur neu zu entdecken. Viele der gezeigten Werke basieren auf einem interdisziplinären Ansatz und der Zusammenarbeit von Künstler:innen und Wissenschaftler:innen aus den unterschiedlichsten Bereichen – von der Geologie, Meteorologie bis hin zur Ozeanografie. Technik schafft oft Distanz, aber die Künstler:innen der Ausstellung nutzen Technologien nicht als Garanten für eine «bessere» Zukunft, basierend auf der Annahme, dass rein technologische Lösungen den Planeten zu retten vermögen, sondern setzen Technologien dafür ein, uns die Wahrnehmung von unsichtbaren ökologischen Prozessen zu ermöglichen und damit zu einem besseren Zusammenleben mit unserer Umwelt beizutragen.

Die Ausstellung ist eine Produktion des HEK (Haus der Elektronischen Künste) in Basel, kuratiert von Sabine Himmelsbach (Direktorin) und Boris Magrini (Leiter Programm). Das HEK realisierte bereits 2018 unter dem Titel Eco-Visionaries eine Ausstellung, die das Thema des ökologischen Wandels beleuchtete und nach der Rolle der Kunst und den Einfluss von Medientechnologien im Diskurs mit Wissenschaft, Technik und Öko-Aktivismus reflektierte. Die Ausstellung für Esch-Belval ist eine Fortsetzung dieser Auseinandersetzung und zeigt auf, dass uns das Thema auch die kommenden Jahre als eine der zentralen Aufgaben unserer heutigen Zeit beschäftigen wird. Daher auch der Titel der Ausstellung: Earthbound. Wir haben nur diese eine Erde und müssen Wege finden für ein ausgeglichenes Zusammenleben, denn eine Reise zu anderen Planeten wird keine Option sein. Wo könnte diese Gebundenheit an die Erde besser in Szene gesetzt werden als in den Räumen des ehemaligen Rohstofflagers in Esch-Belval.

Kurator:innen:
Sabine Himmelsbach &
Boris Magrini
mit Unterstützung von Yulia Fisch