Earthbound — In Dialogue with Nature
Artists

Sissel Marie Tonn & Jonathan Reus

«The Intimate Earthquake Archive», 2016 - ongoing

Die interaktive Installation The Intimate Earthquake Archive von Sissel Marie Tonn lässt uns die von Menschen in den letzten 34 Jahren durch Gasbohrungen verursachten Erdbeben in der niederländischen Provinz Groningen mittels mit Sensoren ausgestatteter Westen am eigenen Körper erleben. Tonn durchforstete zahlreiche Archive und nutzt in ihrer Arbeit die digitale Datenbank des Niederländischen Meteorologischen Instituts, das sämtliche seismischen Aktivitäten registriert und archiviert. Die Besucher:innen können Aufnahmen daraus erkunden, indem sie sich mit den tragbaren Westen zwischen eine Reihe von funkübertragenden Bohrkernen stellen. Jede von ihnen sendet den Datensatz eines der 12 stärksten von Menschen verursachten Erdbeben. Die Archivdaten werden durch direkte Manipulation in Klangvibrationen übersetzt. Die daraus resultierenden Kompositionen sollen zu einem «tiefen Hören» im Körper anregen. Die Installation versucht, die digitalisierte seismische Aktivität mit dem fühlenden Organismus zu verbinden. Sie wird zu einem Experiment, bei dem wir erfahren, wie vom Menschen verursachte, geologische Veränderungen körperlich wahrgenommen werden können.

Sissel Marie Tonn (DK) erforscht in ihrer künstlerischen Praxis die komplexe Art und Weise, wie Menschen ihre Umwelt wahrnehmen, auf sie einwirken und mit ihr verwoben sind. Ihre hybriden, interaktiven Installationen und Objekte laden das Publikum ein, sich auf sinnliche und partizipative Weise mit Geschichten und Daten auseinanderzusetzen. Tonn studierte Film und Medienwissenschaften und schloss mit einem Master in Künstlerischer Forschung an der Königlichen Kunstakademie in Den Haag ab. Ihre Werke wurden international ausgestellt und sie erhielt bereits mehrere Förderungen und Auszeichnungen. Zusammen mit Jonathan Reus und Flora Reznik ist sie Mitbegründerin der Künstlerinitiative Platform for Thought in Motion. Die dänische Künstlerin lebt und arbeitet in Den Haag.

Warnung:
The Intimate Earthquake Archive verwendet eingebettete Sensoren, die durch elektromagnetische Ströme vibrieren. Besucher:innen, die empfindlich auf Vibrationen oder elektromagnetische Strahlung reagieren (z. B. aufgrund von Herzschrittmachern), nehmen auf eigene Gefahr teil.