Earthbound — In Dialogue with Nature
Artists

Tega Brain

«Deep Swamp», 2018

Die Installation Deep Swamp thematisiert das Problem der Optimierung natürlicher Ressourcen durch einen systemischen Ansatz und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Drei Glastanks beherbergen halb überflutete Environments, die von Sumpf-Lebensformen bewohnt und von Kameras überwacht werden. Drei Programme mit Künstlicher Intelligenz – namens Nicholas, Hans und Harrison – beobachten jeweils eine der Environments in Echtzeit und greifen in deren Lebensbedingungen ein, indem sie Licht, Wasserfluss, Nebel und Nährstoffe verändern. Die drei Software-Agenten haben unterschiedliche Ziele, die mit Hilfe von Deep-Learning-Technologien und der Analyse von Tausenden von Bildern von Sumpfgebieten, die online verfügbar sind, entwickelt wurden: Harrison versucht, ein Sumpfgebiet zu erschaffen, das realen Umgebungen nahekommt, während Hans darauf abzielt, ein Kunstwerk zu erschaffen, und Nicholas bestrebt ist, eine Komposition zu erschaffen, die die Aufmerksamkeit der Betrachtenden erregt. Mit dieser Arbeit verdeutlicht Tega Brain, dass Künstliche Intelligenz der Manipulation unterliegt und je nach Zielsetzung zu unterschiedlichen Ergebnissen führen kann. Gleichzeitig stellt die Künstlerin die Vorteile digitaler Technologien nicht in Abrede, wenn sie auf nicht-reduktionistische Weise eingesetzt werden, um ökologische Probleme anzugehen und eine umfassendere Sicht auf den Planeten und seine Lebensformen zu entwickeln.

Tega Brain (AU) ist eine Künstlerin, Umweltingenieurin und Forscherin, die an der Schnittstelle von Kunst, Ökologie und Technologie arbeitet. Geleitet von der Frage, wie Technologien unsere Umwelt beeinflussen, untersucht sie ökologische Folgen, Datensysteme und Infrastrukturen. Ihre Arbeit zeichnet sich aus durch den Einsatz von defekten Geräten, ungewöhnlichen Infrastrukturen und experimentellen Informationssystemen. Tega Brain ist Assistenzprofessorin für integrierte digitale Medien an der New York Universität und hat bereits zahlreiche Vorträge und Workshops in Museen und auf Festivals gehalten. Ihre Arbeiten wurden international in verschiedenen Institutionen sowie auf Biennalen und Triennalen ausgestellt. Sie lebt und arbeitet in New York und Sydney.